Und es wird wieder Überschwemmungen geben!

Haben wir uns nicht alle schon gefragt, warum es in den letzten Jahren so viele Überschwemmungen in der Gemeinde gegeben hat?

Sicherlich führen die einen das Argument der Klimaveränderung an, aber ist die bei uns für alles verantwortlich?

Vergleichen wir unsere Landschaft und die jetzt eingesetzten Methoden zur Bearbeitung mit der Landschaft von früher, so wird ganz deutlich, dass der Mensch dramatisch in die Natur eingegriffen hat und dass die Bearbeitung in der Landwirtschaft heute ganz anderen Gesetzen folgt als früher.

Kommassierung und Flurbereinigung lassen uns heute auf leergeräumte Felder schauen, wo alle störenden Gehölze, Sträucher und Haine entfernt worden sind, wo riesige Felder mit der senkrechten  Ausrichtung zu den Ortschaften keine natürlichen Rückhaltefunktionen mehr haben, sondern,  im Gegenteil,  das Regenwasser direkt zu unseren Ortschaften leiten. Alles was für die ökonomische Bewirtschaftung störend am Ackerrand wächst, wird entfernt. Die Bearbeitung mit immer größeren Arbeitsgeräten bringt eine zusätzliche Verdichtung des Ackerbodens mit sich, welche dadurch die Wassermengen noch schlechter aufnehmen können.

Im Gegensatz zu früher, wo auf vielen kleinen Äckern  sehr unterschiedliche Früchte angebaut und zu unterschiedlichen Zeiten geerntet wurden, sehen wir heute nur mehr sehr einheitliche, zur gleichen Zeit reif werdende Kulturen.

Das verloren gegangene vielfältige Landschaftsbild war nicht nur für den Betrachter einfach schön anzusehen, sondern hatte eine große ökologische Bedeutung für Mensch und Tier. So sind zum Beispiel die Bestände von Feldhase, Kaninchen, Fasan und Rebhuhn in den letzten Jahren aufgrund Flurbereinigung und moderner Landwirtschaft stark zurückgegangen.

Der Mensch muss immer mehr Spritzmittel gegen Schädlinge einsetzen, weil die natürlichen Feinde der Schädlinge zu wenige Unterschlupfmöglichkeiten in der direkten Umgebung der Felder haben. Auch die Umweltbehörde würde lieber die Ursachen beseitigen, als den Ausbau der Rückhaltebecken zu forcieren.

 Im Rahmen der einstigen Flurbereinigungen ist einiges nicht optimal umgesetzt worden, der Naturschutz hatte damals noch keinen so hohen Stellenwert wie heute und für die Landwirtschaft war es damals auch ein unbedingtes Muss um mit den wirtschaftlichen Anforderungen mithalten zu können.

Für uns alle wäre es aber sehr wichtig, einen Kompromiss zu finden, damit einerseits die Landwirte weiterhin ökonomisch arbeiten können und andererseits die Sicherheit unserer Bürger und die Natur wieder einen Lebensraum bekommt und ihre Aufgaben wieder erfüllen kann.


Dieser Text war zu lesen in der U.B.L Ausgabe Oktober 2014. Wie steht Ihr zu diesem Thema, was ist Eure Meinung?

Das gesamte U.B.L aktuell als PDF gibt es unter diesem Link zu lesen.

Ein Gedanke zu „Und es wird wieder Überschwemmungen geben!“

  1. Schaut Euch auch die aktuelle Broschüre unseres Landwirtschaftsministers Dr. Andrä Rupprechter mit dem Titel „Landschaftselemente Warum?“ an.
    Hochinteressant:
    „Quer zum Hang verlaufende Landschaftselemente verhindern die Wassererosion, weil sie die Geschwindigkeit des Wassers bremsen.“

    Landschaftselemente Warum?

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